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«Stürmische Jahre» ? Eveline Hasler las und erzählte in Glarus

Eine Veranstaltung von Baeschlin Litteraire
Eveline Hasler zu Gast

Vorpremiere: Die Glarnerin stellt ihr neues Buch in ihrer Heimat vor.

Ort         Piazza,  Landesbibliothek

Datum     Freitag, 4. September 2015

Zeit        20:000

Eintritt  15.-

Vorverkauf ab 24. August 2015

In der Buchhandlung Baeschlin
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Vorpremiere von Eveline Haslers neuem Buch

Von: mitg.
Mi. 2. Sep. 2015 – 05:10

Das neue Buch von Eveline Hasler «Stürmische Jahre» wird an einer offiziellen Premiere im Zürcher Schauspielhaus der Öffentlichkeit vorgestellt. Davor aber kommt Eveline Hasler am 4. September 2015 extra zu einer Vorpremiere im baeschlin littéraire Programm in die Landesbibliothek nach Glarus. Glarus vor Zürich, das war nicht zuletzt auch der ausdrückliche Wunsch der Autorin, die damit kein schöneres Zeichen der Verbundenheit mit ihrer glarnerischen Heimat hätte setzen können.

Gaby Ferndriger, Buchhändlerin und Programmleiterin von baeschlin littéraire, freut sich denn auch ganz besonders auf den Auftritt von Eveline Hasler: «Eveline ist zu Recht die Grande-Dame der Schweizer Gegenwartsliteratur. Sie hat schon mit ihrem Frühwerk über Anna Göldi bewiesen, welch immense Wirkung die «schöne» Literatur auf die Beurteilung oder die neue Beurteilung historischer oder zeitgeschichtlicher Fakten haben kann.» Eveline Hasler geht bekanntlich der Ruf voraus, nicht nur gut und packend zu schreiben, sondern auch hartnäckig und zuverlässig recherchieren zu können. Diese Fähigkeit war denn auch gefragt in der Vorbereitung des neuen Buches. Die grosse Bühne für «Stürmische Jahre» ist kein geringerer Ort als das Zürcher Schauspielhaus. Dass vor und während des Zweiten Weltkrieges an der «Pfauenbühne» bekannte und beliebte Schauspieler aus Deutschland auftraten, war bekannt. Welche Rolle die einzelnen Protagonisten aber tatsächlich – im Leben und auf der Bühne – gespielt haben, das hat Eveline Hasler jetzt sorgfältig recherchiert und in einem menschlich wie zeitgeschichtlich packenden Buch aufgearbeitet. Die Gestalten dieses neuen Buches kennen wir alle irgendwie aus der Kultur- und Zeitgeschichte – oder besser: wir meinten, sie bisher gekannt zu haben. Wolfgang Langhoff etwa, dessen Buch «Die Moorsoldaten» erstmals die Existenz von Hitlers KZ’s nachwies, Leopold Lindtberg, der grosse Regisseur, Therese Giehse, die über Jahrzehnte hinweg grandiose Bühnenerfolge feierte – und Thomas Mann, der endlich klar und unmissverständlich gegen die Nazis Stellung beziehen sollte. Sie alle hat Eveline Hasler in einem grossartigen Zeitgemälde in all ihren Facetten unerbittlich, aber gleichzeitig voller Respekt und Zuneigung gezeichnet. Nicht zuletzt erfahren die Leser aber auch bisher kaum Bekanntes und Überraschendes aus dem Chefbüro der damaligen Eigentümer des Schauspielhauses, der Familie Ferdinand und Marianne Rieser. Ihnen hatten die Emigranten-Schauspieler von damals unendlich viel zu verdanken, zwar nicht immer zur reinen Freude der Zürcher Fremdenpolizei, aber umso mehr zu jener einer ganzen Generation von Theaterbegeisterten!

Entstanden ist so ein wunderbares Buch über eine der zeitgeschichtlich interessantesten Phasen des Zürcher und des Schweizer Kulturlebens schlechthin. Wer die jüngere Schweizer Geschichte liebt, wer die Welt der Theaterleute und der Literaten mag und die politischen und kulturellen Hintergründe gerne endlich einmal ausgeleuchtet haben möchte, der nehme Platz und lasse sich von Eveline Hasler ebenso kompetent wie charmant durch «Stürmische Jahre» begleiten.

Freitag, 4. September 2015, Eveline Hasler im baeschlin littéraire, 20.00 Uhr, Piazza der Landesbibliothek Glarus, Vorverkauf ab 24. August in der Buchhandlung Baeschlin Glarus
E-Mail: office@baeschlin.ch

Telefon 055 640 11 25


Pressemitteilung


«Stürmische Jahre» – Eveline Hasler las und erzählte in Glarus

Von: Peter Meier
So. 6. Sep. 2015 – 05:30

Mit der Piazza der Landesbibliothek Glarus stand für Eveline Hasler und die interessierten Gäste ein stimmungsvoller, passender Raum zur Verfügung. Eveline Hasler stellte auf Einladung der erfreulich aktiven Verantwortlichen von baeschlin littéraire ihr neuestes Buch «Stürmische Jahre» in willkommener, unterhaltsamer Weise vor.

Es ehrt Glarus und die einladende Buchhandlung Baeschlin, dass Eveline Hasler zur Buchpremiere an jenen Ort kam, den sie aus ihrer Kindheit bestens kennt. Später studierte sie Psychologie und Geschichte an der Universität Freiburg und in Paris. In St. Gallen, ihrem späteren Wohnsitz, war sie als Lehrerin tätig. Als Verfasserin zahlreicher Kinder- und Jugendbücher, später von Romanen mit geschichtlichem Hintergrund, hat sich die im Jahre 1933 geborene Autorin einen hohen Beachtungsgrad erworben. Heute lebt sie im Tessin.

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Angereist, so Gaby Ferndriger bei ihrer herzlichen Begrüssung, kam Eveline Hasler aus der Sonnenstube unseres Landes. Die Geschäftsführerin der Buchhandlung Baeschlin freute sich, dass gerade Glarus als Ort der Buchpremiere ausgewählt worden sei. Sie stellte Eveline Hasler als bedeutende zeitgenössische Schriftstellerin vor. Und als Hasler mit ihrem Schildern begann – einer Vermischung aus historischen Fakten, Familienleben, politische Situation um 1933, Stärke und Bedrohung des Naziregimes, Einflussnahmen in der Schweiz durch das deutsche Generalkonsulat, Bedrohung durch die schweizerischen, nazinahen Frontisten, Bedeutung des heutigen zürcherischen Stadttheaters als Begegnungsort hochkarätiger Schauspieler und Buchautoren, Schicksale und kulturelle Bedeutung der zürcherischen Familien Rieser, Werfel und Schwarzenbach – wurde man mit Fakten, poetischem Reichtum und Situationen aus einer Zeit konfrontiert, die gar nicht so weit zurückliegt und mit Zeitgenössischem eine unliebsame Fortsetzung gefunden hat.

Eveline Hasler bekannte, dass sie sich mit den historischen Figuren während ihrem drei Jahre umfassenden Recherchieren stark identifiziert habe, in deren Leben und Handeln eingetaucht sei. Man staunte über das enorme, fundierte Wissen, das die Autorin preisgab.

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Man begegnete Schicksalen, die in der Zeitgeschichte kaum Erwähnung gefunden haben und vielleicht gerade deshalb weit über die damalige alles andere als friedvolle, positive Zeitspanne hinaus so bedeutsam geblieben sind. Das neueste Buch öffnet den Zugang zu Unbekanntem. Die Inhalte bewegen, rütteln auf, sind Mahnmale. Nicht etwa wegen verwandtschaftlichen Banden, Familienstrukturen, Denken und Erleben im damaligen Tschechien, sondern wegen des Ehepaars Ferdinand und Marianne Rieser, die die «Pfauenbühne», das heutige Stadttheater, käuflich erwarben und zu einem literarisch und schauspielerisch bedeutsamen, im ganzen deutschsprachigen Raum einzigartigen Aufführungsort werden liessen. Sie engagierten Schauspieler, die wegen ihrer Gesinnung und jüdischen Zugehörigkeit aus Nazideutschland flüchteten und dank Riesers in Zürich eine Bleibe fanden, sich dem Denken und Handeln der Nazis bedeutsam, innerlich stark und mutig entgegenstemmten, ihr Empfinden mutig und unablässig äusserten. Marianne und Ferdinand Rieser boten mit ihrer umfassenden Grosszügigkeit, den aufgewendeten finanziellen Mitteln und der bewundernswerten persönlichen Beharrlichkeit Raum für das Geschehen auf der Theaterbühne. Namen wie Therese Giehse, Thomas Mann, Regisseur Gustav Hartung, Wolfgang Langhoff, Kurt Horwitz, das damalige Kabarett Pfeffermühle sind im Buch erwähnt, fügen sich zu einem Ganzen, das aus vielen Mosaiksteinchen gefügt ist.

Die Ganzheit des Inhalts lässt sich nur erfassen, wenn man sich für die Lektüre genügend Zeit nimmt, bereit ist, sich mit Unerfreulichem. Bedrohlichem, mit Ungerechtigkeiten, stupidem, oft unbegreiflichem Handeln auf der Basis der persönlichen Macht und scheinbaren Allmacht auseinanderzusetzen. Eveline Hasler lässt mit ihrem Schildern ein Stück Zeitgeschichte lebendig werden. Sie gewährt zu zuweilen sehr Beängstigendem Zutritt, verschafft Einblicke, die in ihrer Ganzheit nicht einfach Angst, Abwehrhaltung auslösen. Oft freut man sich über Zwischenmenschliches, spontane Reaktionen der im Buch dargestellten Personen, freut sich am Mut der Handelnden, nimmt von der Widerstandskraft nachhaltig Kenntnis.

Freuen darf man sich auch auf weitere Anlässe, die baeschlin littéraire in der kommenden Zeit anbieten wird.
Uhrzeit20:00
VeranstaltungsortLandesbibliothek des Kt. Glarus, Piazza
Hauptstrasse 60
8750
Glarus
VeranstalterBaeschlin Litteraire
ThemenbereichLitteraire Winter

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